Hallo Freunde

FRAGE: „Stimmt das, Vanessa, dass du Alkoholikerin bist? - Na ja – du weißt schon wie ich das meine... Bitte sprich davon; wie war das bei dir?“

Okay. DAS, was ich wirklich bin... ist davon nicht berührt...(lachend) DAS ... ist keine Alkoholikerin....und doch... Nichts und Alles zu gleich... Und in dem Lebensspiel erscheint da eine Geschichte... Hm, das Leben lässt sich nicht verstehen, jedoch fühlen, mit allen Sinnen spüren. - Ha, und die Einheit klammert in dem Erscheinen nichts aus. - WOW - Nun erscheint diese Frage, die so manches aus der Anonymität heraus lockt - und so viele Bilder, wie ein Film, aus der Erinnerung, wie auf einer leeren Leinwand erscheinen lässt. -

Für manch ein Ich ist Alkohol-krank zu sei, eine Schande. - Und jeder Therapeut, Schriftsteller oder Filmemacher ist gut beraten das "Blaue Buch" der Anonymen Alkoholiker zu lesen. - Denn Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit, die den Verstand und den Körper erkranken lässt; d.h. ihm scheint etwas zu fehlen, was vorübergehend durch Alkohol ersetzt wird; - es ist die Suche, die zur Sucht werden kann. - Und vergiss nicht, dass das alles sich in dem göttlichen Lebensspiel abspielt. -

Und noch mal: Doch was „ich“ wirklich bin, was „du“ wirklich bist, ist davon nicht berührt; es schaut dem Ganzen zu, ist also unberührtes Sehen, ohne Bewertung; denn dem – Ganzen, der Einheit – fehlt nichts; denn „die Suche“ nach Einheit, nach Gott – beinhaltet die scheinbare Trennung - vom Ganzen. - Erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Süchte auf der Suche zeigen: Unruhig-Sein, getrieben-Sein, gehetzt-Sein, betroffen-Sein, verzweifelt-Sein, Co-Sein, unzufrieden-Sein, gierig-Sein, besessen-Sein, in Sehnsucht-Sein usw. - und das alles nur durch die scheinbare Trennung – das Erscheinen der Ich-Trennungsenergie. -  WOW. -

Pause  -  Stille ohne Worte

Worte aus der Stille; Stille - die als Worte erscheinen...  Und nun schau - die vielen Bilder aus der Erinnerung: Vor kurzem sprach mich eine Freundin aus den Selbsthilfegruppen von AA, den Anonymen Alkoholikern an: " Vanessa auch wenn bei dir etwas geschehen ist, was ich nicht verstehe, jedoch spüre... Ja. - Bitte komm wieder ins Meetings, denn du strahlst so einen lebendigen, stillen Frieden aus, so warm und geborgen.“ -

Okay. - Ja. Hm. Hier hat eine radikale, geistige Verschiebung stattgefunden, - nun - da ist permanent Sehen, dass Alles die Quelle, das Eine ist. - Gut – ein Weiser sagte einmal: Vertrauen bedeutet, dass du den anderen in dich hinein lässt, ihn sehen lässt, wie du selbst siehst, dass du dem anderen gestattest dich von innen zu sehen. -

Hm - irgendwie wurde das hier gehört, sodass hin und wieder plötzlich die Bereitschaft da war, in ein Meeting zu gehen, denn hier ist es einfach klar zu sehen, Vanessa kann nur da sein, wo das Leben sie auch will. Hm. Auch wenn ein „Ich“ in dem göttlichen Lebensspiel sagt:„ich bin Jemand!“ und behauptet einen eigenen Willen zu haben, und glaubt eigene Entscheidungen treffen zu können. Denn das sieht ja auch so aus, wenn Gotteswille mit dem scheinbaren Willen des Ich's überein stimmt... eben, dann erscheint das so, als hätte ein „Ich“ das gewählt – scheinbar!

Und mit einem Lächeln wird das hier zur Kenntnis genommen, denn die Ichlosigkeit ist unbeschreiblich: wie in stiller himmlischen Freude. - Siehst du? Das ist für den Verstand unfassbar; er kann und muss das auch nicht begreifen – auch nicht, dass Das, was du, was ich wirklich bin – von allem, was erscheint und scheinbar geschieht – nicht berührt ist – und auch wenn es so aussieht als geschieht es - in den Bildern auf der leeren Leinwand - „dir oder mir“. -


Oh ja, hier wird immer wieder lächelnd gesehen, dass das Ich ein Ich- Gedanke ist, der sich nur auf das Gewahr-Sein setzt und alles vereinnahmt - und dadurch für die scheinbare Trennung sorgt. So ist hier auch voller Staunen zu sehen, dass die Lebendigkeit des Lebens, das Lebensspiel weiterhin erscheint – weiterhin spielt. Die Welt ist eine Bühne; das Theater spielt unendliche Vorstellungen, vor allem die Vorstellung „vom Traum des Überlebens“ mit so vielen einzigartigen Rollen; die gleichzeitig als wirklich, wie unwirklich erscheinen, das weder richtig noch falsch ist. Denn es ist das Spiel der Einheit; die als zwei erscheint; Sein, das also auch Ich-Sein spielt – und dennoch - Nichts und Alles zugleich - ist.


 …. kleine Pause? ° Stille ohne Worte

  Worte aus der Stille, Worte, die in/als Stille erscheinen....  Und in der Erscheinung des göttlichen Lebensspieles wird gesehen, dass ich Nichts bin – und zu gleich - ICH - Alles bin!

 … auch mit dem Namen Vanessa, und dass, das „zwanghafte Ich“ Alkoholikerin und mehrfach süchtig ist – und mit einem dankbaren Lächeln, heute trocken und nüchtern. - Das ist schön, denn in den Meetings zählen nicht unbedingt die, mehr als 30 Jahre Trockenheit, sondern - immer nur der eine Tag, für Heute! Und der Verstand scheint damit einfacher zurecht zu kommen - so es das Leben will. - Nun, es gibt nie - und es gab nie einen Grund zum Saufen, nur der Verstand behauptete das – was ihm geglaubt wurde. Und bei AA konnte das als Lüge entlarvt werden – und dankbar in dem Erkennen – lachen. -


Und nun, wird hier gesehen, es gibt nur Dies; die Lebendigkeit des Lebens spielt durch den Körper mit allen Sinnen unmittelbar, was sich nicht mehr verleugnen lässt.... und da ist Schreiben... und wenn das „Ich“ ehrlich ist, macht es - nichts, denn da ist einfach Schreiben, das geschieht! -

Bei AA den Anonymen Alkoholiker - Selbsthilfe Gruppen, spricht jeder von sich selbst, so weit es für ihn möglich ist. Dadurch entsteht ein Getragen-Sein der Gruppe. Jede Geschichte, die aus dem Vertrauen heraus mitgeteilt wird, die auf den Tisch gebracht wird, ist für alle ringsum wie Nahrung, von der sich jeder das nehmen kann, was er gerade aufnehmen kann und ihm schmeckt – alles andere, bleibt liegen. -

Dadurch entsteht eine wohltuende Sättigung. Vanessa hat somit solche Geschichten, wie sagt man, lieben gelernt, wie ein miteinander geteiltes Geschenk. - Auch war die Bereitschaft da ein dienendes Amt zu übernehmen, um in Dankbarkeit des Daseins-dürfen ohne eine Bedingung – und somit das Bestehen der Gruppe zu unterstützten. Denn AA erhält sich selbst, durch Einigkeit, Genesung und Dienst - da, wo es das Leben will, eben - so das sein soll - denn alles ist Bestimmung. - Und wenn bei dir Interesse ist, ist vielleicht auch die Geschichte von scheinbar Vanessa für dich ein Geschenk...


Nun, diese Geschichte, scheinbar von „mir“, und wie gern gesagt wird „meine“ Geschichte, will anscheinend geschrieben werden, denn da ist eine Kraft, die das Schreiben bestärkt. - Und hier wird einfach gesehen: Mir gehört nichts! Denn scheinbar „mein“ Leben, ist weggefallen und gehört - niemandem; so auch alles Erfahrende, denn hier gibt es keine Trennung zwischen dem Erfahrenden - sie sind ein und das selbe Sein. -

Und da so etwas wie ein Abstand geschehen ist, wird auch dem entsprechend geschrieben. - Und da es hier in der Geschichte um das geht, was scheinbar Vanessa in Puncto Alkohol geschah, so hat das den Vorrang, denn so lange die Suche, die Sehnsucht nach Einheit, nach Gott war, (obwohl Vanessa mit Gott nichts am Hut hatte,) beherrschten „scheinbar“ der Alkohol und andere Süchte den Kopf (und der Körper ist ja nicht getrennt vom Kopf) das Lebensspiel:


Nun. Als Kind mit etwa 4 1/2 Jahren wurde in schwerer Krankheit, in einer Todes nahen Erfahrung gesehen, dass Vanessa, nicht allein der Körper ist. Ein Körper, der dennoch in der Lebendigkeit vom Leben nicht getrennt ist. Doch es war nicht möglich davon zu sprechen. (Auch heute nicht wirklich) Das wurde schon in dem Versuch, von den Erwachsenen belächelnd gestoppt! Und darin fühlte sich Vanessa von allen ringsum allein gelassen. Doch auch das Alleingelassen- Sein landete bei Vanessa oft im Frieden.

Nun, aber nicht immer. Ha! Na klar, so erschien dann für Vanessa eine krasse Trennung. Und das scheint ein Naturgesetz zu sein, wenn die Aufmerksamkeit das Zuhause, das Bewusstsein der Stille verlässt, und der Ich-Trennungsenergie folgt, erscheint da so etwas, wie eine scheinbare Trennung. - Und das gehört anscheinend zum göttlichen Lebensspiel dazu, wie es hier gesehen wird. -

Nun, um den schwachen Körper zu stärken bekam Vanessa, oder damals Vanni genannt, nach dem einjährigen Klinikaufenthalt jeden Abend ein Glas Rotwein, mit einem Ei darin verrührt. - Im 8. Lebensjahr, als Vanessa plötzlich keinen Rotwein mit Ei zum Abend bekam, flippte sie aus. Und sie wusste nicht wie ihr geschah. Das fühlte sich sehr grausam an. Das, das ein Entzug war, wurde Vanessa erst viel später klar.

Doch was den Alkohol betraf, war es für Vanessa -gang und gebe, dass so gut wie jedes Wochenende ein Trinkfest in der Wohnung in Wolfsburg, wo sie lebte, stattfand. Das schien ganz normal, obwohl Vanessa und ihre Schwester das widerlich und würdelos fanden. - Vanessa konnte vor allem nicht verstehen, und wollte es auch nicht wahrhaben, wie würdelos die Erwachsenen betrunken von der Sexualität, der Sinnlichkeit mit Frauen sprachen, oder besser gesagt, lachend grölten. Nun, als Vanessa 12 Jahre war, entdeckte sie in einer Bücherei ein Tantra Buch, das sie mit der Sinnlichkeit, die dort zu sehen war, aussöhnte. -

Doch hinzu kam, dass Vanessa sich immer wieder in der Familie überfordert und erschöpft fühlte. Es waren nicht die vielen Selbstmordversuche ihrer Mutter, die stets Vanessa entdeckte, sondern der Glaube für ihre Mama verantwortlich zu sein. Und wenn dann ihre Mama, wegen der Kriegsverletzung beider Beine im Krankenhaus war, kamen die Kinder in ein Kinderheim. Vanessa ruhte sich dann in der kühlen Atmosphäre im Kinderheim aus. Nicht zu fassen. Und für die, die davon hörten, schien es etwas Schlimmes zu bedeuten. - Nun, für Vanessa bedeutete das, Erholung.

 … kleine Pause? ° Stille ohne Worte

Worte aus der Stille, worte, die in/als Stille erscheinen.... Mit 15 Jahren war Vanessa an Silvester stolz darauf - Unmengen von Alkohol vertragen zu können. Tja, was ja wohl ein Mogeln war. Denn sie aß ja vorher zwei ganze Dosen Ölsardinen leer... Und war dann erst am nächsten Tag so besoffen, dass sie das Bett zwei Tage nicht verlassen konnte. Doch auch das schien ganz normal.

Natürlich verliebte sie sich in einen Mann, der immer wieder viel trank. Nun spielte sie die Rolle der scheinbar jetzt nicht Trinkenden, was sehr anstrengend war. Doch schließlich einer, nämlich sie, musste ja die Kontrolle behalten. Ihr war nicht die Arroganz bewusst, und dass das auch eine Art Besäufnis im Kopf war; denn ein „Ich bin Jemand“ greift das Geschehen schnell auf und berauscht sich an dem Größenwahn: Ich habe die Macht, wenn auch mit großer Anstrengung, dem anderen zu helfen, ihn zu verändern - aber „ich“, brauche keine Hilfe! - Oder im Niedrigwahn zu resignieren, depressiv und trotzig die arme Sau zu spielen.... -

Doch sehr oft war es einfach viel zu verführerisch mit ihm, damals meinem geliebten Mann - zum Beispiel, gemeinsam um den großen Teich spazieren zu gehen - um an jeder Laterne sich zu küssen, und sich so nebenher eine große Flasche Wein zu teilen, und dann noch eine und noch eine...

Oder wie bei einem Grillfest: Sie war so stolz mehr als 10 große Gläser Bier trinken zu können und sich auch dem entsprechend zu verhalten. Ach, war das schön, so von den Männern begehrt zu werden. Doch endete das Fest damit, dass ihr Mann einen anderen Mann Krankenhausreif schlug. Sie kann sich nicht erinnern, dass je ein Fest wirklich friedlich endete. Und wenn sie nicht trank, wurden andere Drogen als Ersatz genommen, was ihr anfänglich nicht bewusst war.

Sie entdeckte so viele Möglichkeiten sich mit Pilzen, Mohn, bestimmten Blättern oder Früchten mit Gewürzen einen Rausch zu verschaffen. Und auf Teneriffa gab es ohne Aufsehen, in immer anderen Apotheken, Hustensaft mit Codein.... Vanessa versuchte so ohne Alkohol aus zukommen, dass das nur eine Suchtverlagerung war, war ihr nicht klar. Denn als sie einmal voll betrunken am Boden lag, sagte ihr gerade mal nüchterne Mann: "Eine stink besoffene Frau ist ja widerlich!" Das hat eine tiefe Betroffenheit in ihr ausgelöst. - So griff sie auch zu Tabletten und fraß sich hin und wieder voll, oder verfiel ins Fasten und vermied, so lange es ging krampfhaft, den Alkohol. Nach außen schien Vanessa das Leben also im Griff zu haben.

Und dann das Entsetzen, als Vera, ihre älteste Tochter, mit 13 Jahren von einer Geburtstagsparty volltrunken nach hause kam. - Die Jüngere versprach Vanessa, nie und nimmer ihr so etwas anzutun. Das hörte sich gut an, doch sie war ja erst 10 Jahre. - Nur drei Jahre später hing sie an der Nadel. - Irgendwann war ihr klar, das die ganze Familie ein Suchtbolzen war. - Was für ein verzweifeltes Bemühen - all das immer wieder liebevoll in den Griff zu bekommen. Vanessa liebte doch ihren Mann und ihre Kinder!

Als Vanessa zwei Jahre später verzweifelt zum Jugendamt ging, begegnete ihr dort ein seltsamer Jugendarbeiter. Vier Jahre sprach er immer wieder mit Vanessa. Und wie ihr das so vor kam, lebte er auch so, wie er sprach. Verstehen konnte Vanessa das nicht wirklich. Doch es berührte etwas in ihr. Irgendwann sagte er: Ich heiße Bernd, und bin trockener Alkoholiker, und lebe in und mit dem 12 Schritte Programm der AA, der Anonymen Alkoholiker.... Das machte Vanessa hellhörig, denn die klare, nüchterne Warmherzigkeit tat ihr immer wieder so gut.

Und er erklärte ihr, dass für den Alkoholiker der Alkohol eine Art Allergie ist, er ist krank! Er verträgt ihn nicht und trinkt ihn doch; der Alkohol löst in ihm eine Gier, eine Besessenheit nach mehr aus; mag die Willenskraft nicht trinken zu wollen, noch so stark sein. (So wie alle Süchte.) Sein Hirn hat irgendwann bei einem übermäßigen Rausch eine gesunde Bremse der Besessenheit ausgelöscht. Nun, wenn wiederholt diese Stelle erreicht wird, wird diese Stelle sich immer mehr verkürzen, bis hin zu einem Glas; ein Glas, das schon die Besessenheit auslöst. Ohne Alkohol fühlte er sich miserabel – mit dem ersten Schluck langsam ruhig und gelöst – doch schon ist die Gier da! - In der Gruppe der Anonymen Alkoholiker ist er trocken geworden. - Und Vanessa hörte betroffen zu – und schwieg. -

Hm, eine kleine Pause tut grad gut - ° Stille ohne Worte

Stille, die als Worte erscheinen... Tja, und dann: Mittlerweile waren die Kinder aus dem Haus. - Und dann die Nacht, als ihr Mann die Türen ab schloss und Vanessa so eigenartig aufforderte ins Schlafzimmer zu gehen! Da war im Nichtverstehen nur Staunen, denn bisher war das Liebesspiel stets freiwillig und wunderschön. - Am nächsten Morgen im Aufwachen hörte Vanessa ein Wimmern, bis sie es schnallte, dass sie es war, die wimmerte. Im Aufstehen und Umsehen war ihr alles ringsum fremd. Erstaunt suchte sie die Wohnungstür um nachzusehen wo sie war. Dann dämmerte ihr, dass sie wohl hier wohnt und las das Namensschild an der Tür. Aha, das war anscheinend ihr Name. - Als dann scheinbar ihr Mann nach hause kam, begann das Spiel von neuem. So voller Nichtachtung und Hohn. Bis Heute sind diese Nächte immer noch wie ausgelöscht. -

Erst viel später sah sie die Zusammenhänge. Ein "Freund" hatte ihm gesagt, dass Vanessa unmöglich 22 Jahre treu sein könnte. Doch Vanessa wollte von Anfang an nur ihn; und in dieser Hinsicht war sie sich selbst treu. Denn da war kein anderer Gedanke; er genügte ihr. Nun, das lässt sich einfach nicht beweisen. Liebe ohne Vertrauen ist, wie ein Vogel mit einem gebrochenen Flügel. So fühlte sie sich auch. Doch "ihr Mann" hatte ihr im tief gekränkten „ich“, manche sagen auch Ego, im verzweifelten Zorn und Hass den Betrugsstempel aufgedrückt, und dagegen war sie machtlos.

Zuvor hatte Vanessa die Selbsthilfe Gruppe im Meeting kennen gelernt, die sich auch AA nennen. - Was sie sehr ansprach war, dass es ausreichte dazu zugehören, wenn der Wunsch da war, mit dem Trinken aufzuhören. Und der Wunsch war ja schon lange da. - Dort hatte sie von einer "Sucht- Klinik" in Grönenbach gehört, die mit dem 12 Schritte - Programm arbeitet. Und ihr war klar, dass sie da hin soll! -

Sie rief dort an, obwohl sie nicht wusste wie und was sie sagen sollte. Ihr Sprechen war aus der Kontrolle geraten, und der ganze Körper zitterte dabei. Doch, obwohl dort eigentlich eine Anmeldung von einem Jahr nötig war, schickte man ihr sofort Unterlagen. Sie hörte noch das höhnische Lachen als der Mann, mit dem sie anscheinend verheiratet war, zur Arbeit ging. - Doch alles wurde unterstützt dorthin zu fahren. Was im Nachhinein auffällt, ist eine tiefe stille Gelassenheit, die sie zu führen schien, sehr wach und aufmerksam.


Nun, auch hier möchte eine kleine Pause sein – einfach still sein.

Die Ankunft in Grönenbach: Der Arzt in der Klinik war sehr mitfühlend und war bereit sie auf dem Entzug zu begleiten. Vanni, was dort ihr Kose- Name wurde, war überrascht, dass er das sofort sah. Sie war dort angekommen, wie in einem großen Nest mit vielen Kindern, in dem sie sich wohlig aufgefangen fühlte. Schon beim Empfang in der großen Gruppe, fiel allen auf, dass Vanni sich nicht ausdrücken konnte. Ihr Körper begann, in dem Versuch von sich zu sprechen, in Schweiß auszubrechen und zu zittern.

Die Therapeuten entschlossen sich deshalb, dass Vanni in ihrer Gruppe einfach nur da zu sein hatte und jeden Morgen am Waldlauf teilnehmen müsse. - Die AA Selbsthilfe Gruppe in Memmingen, in der sie mitgenommen wurde, war wie Balsam – erst einmal nur im Zuhören. Doch sie lernte dort auch ganz langsam wieder sprechen, im Vorlesen. Denn auch das war erstaunlich, sie konnte am Anfang keine zwei zusammenhängende Sätze lesen. Doch sie war von großer Geduld umgeben. Hier forderte niemand von ihr etwas. Und in der Klinik durfte sie eine ganze Wand bemalen, mit dem, was in ihr vor ging. -

Nach drei Monaten war der Aufenthalt in diesem geschützten Nest zu ende, und Vanessa wusste nicht wohin! Zurück in die alte, ihr jetzt fremde Umgebung konnte sie nicht. Denn hinzu kam, dass „ihr Mann“ drohte - sie umzubringen. - Da ergab es sich, das sie nach Pforzheim fuhr, und im dortigen Frauenhaus aufgenommen wurde. Vanessa fand in Pforzheim Arbeit, in einer sehr wohlhabenden Familie als Hauswirtschafterin. Eine neue Wohnung in der Frieden Straße war da, und alles fügte sich wie von allein.

Doch an ihrem Geburtstag erfuhr sie von Vera, das ihr Nochehemann alle, wirklich all ihre Sachen, auch die vielen selbst gemalten Bilder, die in Bildergalerien ausgestellt waren, einfach in den Müll geworfen hatte. - Auf dem Weg zur Arbeit bemühte sie sich sehr ihr tränen überströmtes Gesicht zu verbergen. Doch ihrer Chefin gegenüber konnte sie das nicht, und erzählte ihr dann doch davon. -

Aa, wieder geschah etwas, wie ein Wunder. Ihre Chefin war sehr nachdenklich geworden. Dann lachte sie. Im Keller war eine große Truhe in der von ihr viele wunderschöne Kleidungsstücke lagen, die sie vergessen hatte wegzugeben, wie sonst jedes Jahr. Nun, Vanessa konnte es kaum fassen, denn nun durfte sie diese anprobieren und für sich mitnehmen, was ihr passte. Man! Was für ein Geschenk! Und da ist heute noch ein Berührtsein voller Dankbarkeit.

Doch in dem herrlichen Haus dieser, ihr so lieb gewonnenen Arbeitgeber, wurde dann ein Geburtstagsfest gefeiert. Zwar gehörte sie nicht dazu, doch sie musste vieles vorbereiten. Da waren so wunderbare Torten mit Gin hergerichtet, so viele Flaschen kostbarer Alkohol standen bereit. - Plötzlich war das alles, was mit Alkohol zusammenhing, wie ein Magnet. Vanessa wurde zwar fast jeden Abend von Freunden mit ins Meeting genommen, doch plötzlich war da, wie man so schön sagt, ein Rückfall! Vanessa hatte eine ganze mit Gin getränkte Torte verschlungen, die ein Einstieg zu weiteren Flaschen Wein war. Danach war sie voller Scham. Dann stürzte sie und verletzte sich den Fuß. Jetzt war sie krank geschrieben. Da sie sich nicht traute von dem Alkoholproblem mit ihren Arbeitgebern zu sprechen, kündigte sie in Panik - schnellstens.

Nun ja – nochmals eine Pause? ... °  Stille ohne Worte

Worte aus der Stille, Worte, die in Stille - als Worte erscheinen... Ja. - Hallo, geliebte AA Freunde, Danke! - Denn da war das Verhalten wieder: Wenn kein Alkohol, dann eben - was anderes! Doch das "Andere," war dieses mal das Schnüffeln der Nitroverdünnung, und das haute sie um. Von wegen - kontrolliert trinken oder kontrolliert mit anderen Suchtmitteln umgehen zu können! - Manfred, ein Freund, in den sie sich in Grönenbach verliebt hatte, pflegte sie drei Tage auf dem Entzug. Er hielt die zitternde Vanessa ganz fest im Arm. Er wusch den klitschnassen Körper, wusch die Wäsche und bezog immer wieder neu das Bett. Als er dann wieder zu sich nach hause fuhr, kam ein anderer Freund und nahm sie mit ins Meeting.

Doch dann kam keiner, und Vanessa begann nur noch Wasser zu trinken. Wie viele Stunden, Tage, wusste sie nicht mehr. Der Körper wurde nicht mehr gespürt. Sie lag einfach da, sonst nichts. Vanessa war überrascht, denn sie erinnerte sich an ihre Kindheit. Ja, wenn lange nichts gegessen worden war, war kein Hungerschmerz mehr da. Doch nun fühlte sie nicht einmal mehr den Körper. Sie fühlte eine Leichtigkeit, eine Stille, in die sie gern weiter hineingefallen wäre. Sie wollte einfach nicht mehr dieses, so anstrengend kämpfende Leben!

Obwohl es im AA Programm heißt, wie sie es verstand, der Schlüssel zu einem einfachen, klaren, nüchternen Leben ist die BEREITSCHAFT, denn das „Ich“ kann das nicht, die Bereitschaft sich dem Leben, Gott anzuvertrauen.
Sie fühlte sich so gleichgültig. Es war ein neues Gefühl von Gleichgültigkeit. Dies war ohne Trotz. Es war so etwas, wie, Alles ist gleich und gültig. Es gibt nichts anderes. - Vanessa war bereit zu sterben in dieses sich vollkommene Gefühl hinein. Man nennt es in der "Magersucht" wohl; die Suche nach zufriedener Vollkommenheit.

Doch kam plötzlich ein AA Freund. Er hatte sich einen Schlüssel vom Wohnungsbesitzer geholt, weil ihm nicht geöffnet wurde. Vanessa hatte das Klingeln nicht gehört. - Da kniete er vor ihr und sagte immer wieder: Steh auf und koch dir eine Suppe! Steh auf und koch dir ..... Er sagte nicht, sonst hole ich einen Arzt. Er weinte, und sagte, nur ich-Selbst könne mir noch helfen, er fühle sich überfordert Vanni zu helfen, doch wenn sie es möchte, dass er sie mit ins Meeting nehmen soll, ist er sofort bereit - und er ging.

Nun begann es in ihr zu singen: Steh auf und koch dir eine Suppe! Steh auf und koch dir.... Da war dann unerwartet ein Aufstehen; ein Hantieren mit dem Geschirr. Es ist schwer zu beschreiben. Doch das Leben unterstützt anscheinend alles, was das Leben will, und nicht was allein ein „Ich“ will. Und es begann sich umzuwandeln: da, wo vorher die Bereitschaft war zu sterben, war jetzt die Bereitschaft da zu leben; zu leben wie das Leben, wie Gott das will.

Nun, auch wenn sie lange mit dem Gott „im Himmel“, so weit weg und getrennt von ihr, gehadert hatte, und von dem die Kirche sprach. So war die Bereitschaft da, ohne Gott zu verstehen, sich immer wieder dem Leben auszuliefern, denn Gott ist für sie das Leben - mit all der Lebendigkeit. Und das brauchte sie nicht einmal zu glauben, denn das war und ist für sie auch unmittelbar offensichtlich.

Es geschah am Aschermittwoch, so ein Witz, aber es war am Aschermittwoch 1985, als erstaunlicher Weise eine stille kraftvolle Entschlossenheit und die Bereitschaft aufstieg, das erste Glas stehen zu lassen, was sich auch auf alles Zwanghafte bezog. Und die Bereitschaft im Meeting in tiefer Ergebenheit nicht nur zu sagen... nein, sondern das auch von ganzem Herzen wirklich zu meinen, dazu zu stehen:
Ich - bin Alkoholikerin, und mehrfach süchtig! - (Und damit ist das „zwanghafte“ Ich gemeint, denn Das, was ich wirklich bin – ist von allen Erscheinungen nicht berührt.)

Der Tiefpunkt war sehr schmerzhaft für das „zwanghafte Ich“, denn kein „Ich“ gibt gern zu, versagt zu haben. Doch der Schmerz war auch wie ein scharfer, blitzschneller Schnitt in der Kapitulation und gleichzeitig erschien eine Klarheit, die einfach gut tat. Das war wie ein Aufstehen, wie ein kleines Kind, was den ersten Schritt macht, doch mit festen, wenn auch manchmal wackligen Beinen. (und das mit fast 44 Jahren) Denn in dem Programm lautet der erste Schritt:
 

Wir gaben zu, das wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind, und unser Leben nicht mehr meistern konnten. -
Oder
wie es hier gesehen wird - auch so: Wir gaben zu, das wir den Gefühlen, den zwanghaften Gedanken, dem zwanghaften Essen oder der zwanghaften Essen-Verweigerung, der Machtsucht, der Herrschsucht, dem zwanghaften Helfen, der Sex Sucht, den Drogen, welcher Art auch immer gegenüber machtlos sind, und unser Leben nicht mehr meistern konnten. -

Das „Ich war zum „Wir“ geworden; und so wurde auch gesehen, dass das Ich aus dem Wir hinaus wachsen sollte, und zwar erstaunlich, erst als ein gesunder Egoismus - und zwar so:

Denke zu nächst! - an dich selbst! - einzig und allein an dich selbst! - nicht trotzig oder stolz! - sondern behutsam liebevoll! – und entschlossen!

Doch der Witz - im klaren Sehen – gibt es kein „Ich“ - gibt es kein „Wir“ - doch im Theater, im göttlichen Lebensspiel erscheint ein “Ich“ - erscheint ein „Wir“. - Denn wie einfach; was für eine Freiheit – zu entdecken, dass „ich“ das Leben gar nicht meistern muss! - da das Leben stets „mich“ meistert – und mit einem Lachen, dass das anscheinend nie aufhört – bis zum letzten Atemzug. -

Und an einem Nachmittag im Sommer 1985, als Vanessa auf der anderen Staßenseite einen Betrunkenen torkeln sah, übermannte sie eine unsagbare Liebe, die diesen umarmte, so wie sie sich selbst versöhnlich umarmt fühlte; und da war ein Staunen - und ein Danken von ganzem Herzen. -

Hm, Und aus der heutigen Sicht, ist da die Straße - die Büsche an der Böschung - die Häuser - die Gestalt des Betrunkenen - die Gestalt von Vanessa - die versöhnliche, all umfassende Liebe - die warme Sommerluft - der leichte Wind; der unendliche Raum zwischen allen Erscheinungen... Nichts und Alles zu gleich - keine Trennung. -

Und Liebe kann nicht werden -  Liebe Ist. - Aa, es ist so köstlich das Leben zu lieben -


 

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