Mitte des Lebens

Vanessa, was ist die Mitte des Lebens?“

 „Vanessa, es ist mir zwar peinlich über andere zu sprechen, doch letztens nach dem Satsang war eine junge Frau ganz schön erbost. Sie meinte, dass du keine Ahnung vom wirklichen Leben hast. Du sitzt da und machst es dir mit allem ganz schön einfach. - Du stehst nicht, wie sie, mitten im Leben!“

Stille -

Ja, ich habe, besitze, wirklich keine Ahnung, das heißt: keine Vorstellung vom Leben; denn das Leben lebt sich unmittelbar selbst. - Ja, hier ist Sitzen – und ich „mache“ es mir nicht einfach, denn es ist einfach – nur der Kopf liebt es kompliziert. - (Lachen)

 Und nun ein Gleichnis: In Indien wird viel vom Rad des Lebens gesprochen, und viele kennen das Gleichnis. - Das Rad rollt. – Da gibt es scheinbar ein Aufwärts – ein Oben – ein Abwärts und ein Unten. - Aus der Mitte des Rades betrachtet – ist da an der Perpherie Bewegung, doch die Mitte ist davon nicht berührt. -

 Also ist das ein Missverständnis. Sie, oder die Aufmerksamkeit bei ihr, ist nicht in der „Mitte“ des Lebens, sondern an der Peripherie des Lebens, da ist scheinbar eine Person, dass das Leben nicht so einfach empfindet. - Doch Das, was sie wirklich ist, ist davon nicht berührt; denn in der Mitte ist es still – da ist unpersönliches Sehen. - Und erscheint nicht auch dir das Leben manchmal gleichzeitig – wirklich, wie auch unwirklich? -

Unsere Sprache, die dualistisch ist, trägt auch dazu bei – z. B.: sich getrennt zu fühlen. Sie kann wie eine Hypnose sein. Das Lebensspiel spielt sich perfekt selbst; – es sieht wirklich so aus, als sei das Spiel real. - Doch genau betrachtet ist es relativ. - Real ist das, was – Ist; das, was nicht kommt und geht, sondern ewig Ist - und dennoch im ewigen Wandel - erscheint. -

 

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