Zu mir stehen

Vanessa, wie siehst du das? - Dieses: Zu mir stehen?“

So: Klar zu mir sehen, spüren – was ist; - und zu dem stehen, was bei mir ist!

Das ist ein Geschehen in dem göttlichen Lebensspiel. Und wie die folgenden Geschichte, die es wohl gut beschreibt und als Antwort gut dazu passt. -
Nun, da ist niemand; es sind einfach verschiedene Rollen, durch die das Leben spielt. Es geht  also auch nicht um besser oder schlechter, in der Klarheit oder Unklarheit erscheint; geschweige denn eine persönliche Wahl zu haben, auch wenn es vielleicht so aussieht, denn niemand hat etwas getan:

Ein Freund hatte mich freudig zum Maultaschenessen eingeladen. Ich brachte den bunten Salat mit. Das fand ich sehr schön.

Doch als ich zu ihm rein kam, spürte ich schon dicke Luft. Und als ich bei ihm ein Leidensgesicht sah, war in mir ein "Aha", er ist doch nicht in Freude. Ich sagte nichts, doch in diesem unausgesprochenen "Aha" war sofort Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und mir ging die Luft aus. Denn er hatte mich doch freudig zum Essen eingeladen. Hm, und ohne Freude, in der dicken Luft, kann ich nicht gemeinsam mit ihm essen, das macht mir Bauchweh. Doch ich kam nicht dazu, ihm das zu sagen.

Denn nun "bat" er mich, ihn doch so anzunehmen, wie er ist. Doch im Ton seiner Stimme war es, wie ein klägliches Einfordern und es klang unterschwellig eher wie ein Befehl.

„Hm,“ sagte ich verlegen lachend „Heiliger Strohsack! Ich lache dich nicht aus! - Doch was die "Bitte" betrifft: ICH, Ich kann das nicht! ICH fühle mich überfordert! Diese Anforderung an mich ist mir zu schwer, und unmöglich sie dir zu erfüllen, und mein Köpfchen ist nur bei dem Versuch damit, sofort verzweifelt!“

Wütend reagierte der Freund: „Mann! Jetzt geht das wieder los! – kannst du nicht einfach still sein und mich annehmen?!“

„Oh, Mann, der Ton! Du sagst mir unterschwellig, was du willst, willst, willst! Und was ich sein soll und tun soll, soll! Und bei mir steigt Ärger auf!" - Ich musste erst einmal Luft holen. -
"Okay,"sagte ich. - "ICH würde ja so gern alles tun, und alles von dir annehmen damit du glücklich bist. Doch, wie mir bewusst ist, ist das eine vergebliche Lebensmühe. Es funktioniert einfach nicht. Es reicht letztendlich nicht aus! " -

Und nach einer Pause: "Hm, doch du, kannst du dich denn so annehmen, wie du grad bist? Kannst du mit dem still sein, was bei dir ist?“ -

Doch er schien mich nicht zu hören, denn er forderte weiter. Und in mir fiel alles zusammen. In absoluter Hilflosigkeit stand ich vor ihm und war auch bereit zu gehen, denn so kann ich nicht mit ihm essen. -

Nun stand auch er hilflos da und fing fast an zu weinen, kam auf mich zu und nahm mich ganz weich in den Arm, und die Hilflosigkeit und der Ärger lösten sich auf. -
Wir sahen uns in die Augen - und da war Frieden. Aa, was für ein Geschenk! Es ist so köstlich mit einem Freund gemeinsam am Tisch zu sitzen und in unbeschwerter, stiller Freude zu essen.

Für nichts dazu sein, für nichts gehen zu können, ohne jeden Anspruch etwas zu bekommen oder tun zu müssen, ohne zu besitzen, ist absolute Freiheit.

 


 

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